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Sehenswertes - Liste Neuruppin



1 Eintrag aus Neuruppin

Neuruppin 


16816 Neuruppin
Bild des Objektes

Ein Stückchen Schweiz im alten Preußen.
Eine ausgedehnte Hügellandschaft durchzogen von zahlreichen kleinen klaren Seen und Mooren als Reliquie der Eiszeit, prägt das Bild des Ruppiner Landes. Die Fontanestadt Neuruppin, als Tor zur Ruppiner Schweiz, ist ein Muss für Ihren Ausflug in den Norden.

Im 13. Jahrhundert tauchte erstmals der Begriff Grafschaft Ruppin auf. Die Grafen von Arnstein erwarben damals die Herrschaftsrechte am Rhin. Urkundlich erwähnt wurde Neuruppin zum ersten Mal anno 1238 als Rapin. Im Jahre 1256 erhielt die Siedlung Stadtrecht und bis etwa 1300 nannte sie sich Ruppin. Mit dem Tod des letzten Grafen von Arnstein fiel die Herrschaft 1524 an den Kurfürsten von Brandenburg. Pest, Plünderungen und Brandschatzungen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) führten dazu, dass nur noch 150 von einstmals mehr als 600 Häusern bewohnt waren und die Bevölkerungszahl von 7.000 auf 1.000 Menschen sank. Schon vor dem Krieg gehörte das Brauwesen zu den wichtigsten Einnahmequellen. 1740 gab es 67 Brauhäuser. Da der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in seiner Amtszeit (1713-1740) die preußische Armee stark erweitern ließ, benötigten die Soldaten Uniformen und so erlebte auch die Tuchherstellung einen enormen Aufschwung. Von 1732 bis 1740 befehligte sein Sohn, der spätere Friedrich II., hier ein Regiment. Und so entwickelte sich Neuruppin zu einer Garnisons- und Beamtenstadt.

Am 26. August 1787 fiel Neuruppin einem großen Brand zum Opfer - rund 400 Häuser und 38 Scheunen brannten ab. Fast die gesamte Stadt lag in Schutt und Asche. Friedrichs Nachfolger, König Friedrich Wilhelm II., sagte sofortige Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt zu. Die Pläne dafür entwarf der königliche Baumeisters Bernhard Matthias Brasch, der bereits seit 1783 in der Stadt tätig war. Zeitgenössischen Ideen der Aufklärung folgend konzipierte er eine architektonisch großzügige Stadtanlage mit repräsentativer Nord-Süd-Achse, die drei riesige Plätze miteinander verbindet. Die Häuser bildeten Karrees und in den Innenhöfen wurden Gärten angelegt. Mit der Einweihung der Pfarrkirche 1806 war der Wiederaufbau offiziell abgeschlossen.
Viele denkmalgeschützte Sehenswürdigkeiten machen den Stadtrundgang zu einem spannenden Exkurs in die Geschichte. So ließ Kronprinz Friedrich in den Jahren 1732 bis 1736 während seiner Regimentszeit einen Tempelgarten mit dem Apollo-Tempel anlegen. 1853 erwarb die Familie Gentz das Kleinod. Sie gestaltete den Garten nach der damaligen Schwärmerei für die Welt des Orients im maurischen Stil um, ließ eine kleine Villa für Johann Christian Gentz (1794 in Neuruppin-1867) und ein Gärtnerhaus errichten.
Weltweit bekannt sind die Neuruppiner Bilderbogen. Als Begründer gilt der Buchdrucker Johann Bernhard Kühn, der von 1750 bis 1826 in Neuruppin lebte und ab 1810 die handkolorierten Blätter herstellte. Später wurden die Bilderbogen in den Buchdruckfirmen seines Sohnes Gustav Kühn sowie bei Oehmigke & Riemschneider und F. W. Bergemann noch bis 1937 gedruckt. In diesen rund 125 Jahren verließen etwa 20.000 verschiedene Bilderbogenmotive die drei Offizine und gingen um den gesamten Erdball. Die Vorläufer unserer Illustrierten erzählen von Liebesfreud und -leid, berichten vom kriegerischen und friedlichen Tun und lassen die Kinder lernen, spielen und basteln. Das Museum der Stadt Neuruppin besitzt eine der größten Sammlungen Europas. Die Neuruppiner Klosterkirche St. Trinitatis am Ufer des Ruppiner Sees zählt wie das Predigerwitwenhaus (1736), die Siechenkapelle (1491) und das Up-Hus (1692) zu den wenigen Gebäuden, die vom großen Brand verschont blieben und ist Wahrzeichen der Stadt Neuruppin. Wichmann von Arnstein, gelehrter Bruder des Grafen von Arnstein, gründete 1246 das Kloster als erste Niederlassung der Dominikaner auf märkischem Boden.
Berühmteste Söhne der Stadt Neuruppin sind der Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) und der Dichter Theodor Fontane (1819-1898). Das Schinkel-Denkmal am Kirchplatz hinter der Pfarrkirche, das Fontanehaus mit der Löwenapotheke und das Fontane-Denkmal am südwestlichen Ende der Karl-Marx-Straße erinnern an sie.

Seit 1952 ist Neuruppin Kreisstadt und 1998 erhielt sie den Titel Fontanestadt. Mit ihrer interessanten Geschichte, der reizvollen Seenlandschaft und der nahe gelegenen Ruppiner Schweiz ist Neuruppin ein beliebtes Urlaubsziel.
Zu Neuruppin gehören 13 Ortsteile, die meist am Ruppiner See liegen. Einst selbstständige Gemeinden, hat jeder Ort seine eigene Geschichte und seine kleinen Kostbarkeiten, die es zu entdecken lohnt. Durch die Eingemeindung der Stadt Alt Ruppin und der umliegenden Dörfer 1993 wurde Neuruppin übrigens nach seiner Fläche zur fünftgrößten Stadt Deutschlands.